Rechtsextremismus

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“Dresden – Höre nicht weg!”

So heißt es in dem heute veröffentlichten offenen Brief von Prof. Wolfgang Dornsbach an die Dresdner Bürger und Poli.tik Drei Tage nach der Trauerfeier für Marwa El Sherbiny, die am 1.Juli im Dresdner Landgericht von einem rassistischen Russlanddeutschen ermordet wurde, wendet er sich an die Dresdner mit dem Aufruf diesen Vorfall und die latente Ausländerfeindlichkeit in Dresden nicht weiter herunterzuspielen.

Die Oberbürgermeisterin hielt es nicht für nötig, wegen dieses Anlasses ihren Urlaub zu unterbrechen. Auch der erste Mann im Freistaat ließ sich durch zwei Minister vertreten. Die mangelhafte Organisation, von der Qualität der Akustik bis zu dem Durcheinander am Ende, als es darum ging, die weißen Rosen abzulegen und sich in das Kondolenzbuch einzutragen, zeigt eines: Dresden hat nicht verstanden, welche Dimension dieses Verbrechen für die Stadt hat und welche Dimension man deshalb seiner Bewältigung zukommen lassen muss.

weiter heißt es darin:

Die Ereignisse, von denen die Stu‐
denten berichten, reichen von allgemeinen Beschimpfungen (51 Prozent) bis zur Androhung von Gewalt (13 Prozent) und tatsächlicher Gewaltausübung (6 Prozent).
Wer mit Ausländern näher zu tun hat weiß, dass dies nicht nur Zahlen sind. Bei einem
Empfang unterhielten wir uns mit dem jüngsten Konzertmeister der Staatskapelle Dresden, dem Cellisten Isang Enders. Fühlt er sich außerhalb seiner Arbeit in einem weltberühmten Orchester wohl in Dresden? Nein. Um kurze Wege zu haben, wohnt er nahe an seinem Ar‐
beitsplatz. Wenn er Freunde in Dresden besucht, dann nur mit dem Taxi von Tür zu Tür. Sein
Problem: Er ist Kind deutsch‐koreanischer Eltern und hat Angst auf Grund seines asiatischen
Aussehens angegriffen zu werden.

Ich  bin Prof. Dornsbach sehr dankbar dafür, dass er versucht, die Diskussion weiter aufrecht zu erhalten.

Dresden ist eine wunderbare Stadt, aber das Ausländer hier täglich angemacht, beleidigt und angegriffen werden ist Realität. Damacht mich sehr betroffen. Auch ich hoffe, dass sich nun mehr Dresdner finden, um etwas gegen diesen Alltagsrassismus zu tun.

Alltagsrassismus? Eines meiner prägendsten Erlebnisse im letzten Kommunalwahlkampf waren die vielen NPD-Plakate, die in Dresden und Sachsen zum Straßenbild gehören. Mich machen diese Plakate sprachlos -mich werden sie immer aufregen. Niemand dürfte sie als selbstverständlich betrachten. Diese Plakate sind Beleidigungen für alle meine ausländischen Freunde und sie sind Schläge für die Demokratie. Die NPD gehört verboten -ohne Einschränkung. So etwas soll nicht vom Staate mitfinanziert werden!

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